Bärlauch hilft bei chronischen Hautausschlägen und Flechten Verfasst am: 19.01.2009, 11:50
Allium ursinum L. Familie der Liliengewächse - Liliaceae (Alliaceae)
HEILWIRKUNG
Warum wohl die Heilkraft des Bärlauchs heute so wenig bekannt ist? Doch nicht etwa wegen seines starken Knoblauchgeruchs? Der Bärlauch gehört mit zu den ältesten Heilpflanzen. Nicht nur bei den Germanen und Kelten galt er als Heilpflanze, auch die Römer kannten und nutzten ihn. Sie gaben ihm den Namen „ herba salutaris«, das Heilkraut. Der letzte in der Reihe der bekannten Pflanzenheilkundigen, der den Bärlauch gebührend lobte, war Kräuterpfarrer Künzle: „ Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärenlauch. Ewig kränkelnde Leute, mit Flechten und Ausschlägen versehen, die Skrophulösen und die Bleichsüchtigen sollten den Bärenlauch verehren wie Gold. Tatsächlich hilft der Bärlauch all denjenigen, die im Frühjahr noch den Winter in den Gliedern und im Gemüt stecken haben. Das alles bewirkt er durch seine gelungene Mischung verschiedener Wirkstoffe, besonders durch den hohen Gehalt an ätherischen Ölen und durch einen kräftigen Schuß Vitamin C.
Der Bärlauch hat neben seiner allgemein stärkenden Wirkung drei Hauptangriffspunkte im menschlichen Körper. Er hilft bei chronischen Hautausschlägen und Flechten, da er das Blut reinigt und so von innen heraus die Ursache der Krankheit beheben kann. Durch seinen hohen Gehalt an Senfölglykosiden wirkt er anregend auf die Verdauungssäfte. Er hat eine bakterizide Wirkung auf die Flora des Darmes, ohne die nützlichen Darmbakterien, die der Körper zur Verdauung braucht, zu zerstören.
Auch vor einer Reise in Länder, wo die Gefahr einer Darminfektion besonders groß ist, kann eine vorherige Bärlauchkur die Darmflora abwehrstark machen. Wie sein Vetter, der Knoblauch, hilft der Bärlauch bei Arterienverkalkung und Bluthochdruck. Bei diesen Krankheiten sollte eine Diät im Frühjahr viel Bärlauch enthalten. Durch seinen Schwefelgehalt kann Bärlauch unserem Körper helfen, Umweltschadstoffe wie Quecksilber, Lindan oder Cadmium abzubauen.
Seine Wirkstoffe binden die schädlichen Moleküle. Die stärkste Wirkung hat der Bärlauch im zeitigen Frühjahr vor der Blüte. Dann werden die Blätter gesammelt und frisch verwendet: zum Würzen, in Salat, Quark usw. Eine Bärlauchkur sollte 4-6 Wochen dauern und man sollte dabei täglich eine Handvoll der frischen Blätter essen. Nach der Samenreife zieht sich der Bärlauch wieder zurück. Seine Blätter verwelken. Wer sich zur Regeneration der Darmflora einen Vorrat an Bärlauchwirkstoffen anlegen möchte, sollte sich im Frühjahr eine Tinktur aus den Blättern herstellen. Hierfür füllt man ein Schraubglas mit frischen, zerschnittenen Bärlauchblättern und füllt mit 45prozentigem Alkohol auf. Gut verschrauben. Drei Wochen ziehen lassen, gelegentlich schütteln, abseihen und in eine dunkle Tropfflasche füllen. Dosierung 3 x 20 Tropfen vor dem Essen.
TIERHEILKUNDE
Der Bärlauch ist wie der Knoblauch ein gebräuchliches Mittel in der Tierheilkunde. Er hilft bei allen Darmerkrankungen„ Hunden und Katzen sollte man öfters kleingehackten Bärlauch oder später im Jahr Knoblauch unters Futter mischen, es wird dadurch der Befall mit Darmparasiten verhindert. Ins Futter von Pferden gemischt, hält er durch seinen Geruch Fliegen fern. Er beugt so auch dem Sommerekzem vor.
ANBAU
Der Bärlauch liebt humusreiche, tiefgründige, feuchte Böden und schattige Standorte unter Laubbäumen. Wer in seinem Garten noch ein schattiges Fleckchen unter den Bäumen frei hat, könnte sich dort eine Bärlauchecke anpflanzen. Bärlauch gibt es als Samen oder Pflanzen zu kaufen. Der schwarze Samen keimt erst nach 14 Monaten. Wer soviel Geduld nicht aufbringen will, der kaufe sich einige Bärlauchpflänzchen. Der Bärlauch vermehrt sich schnell, durch Wurzelausläufer und die Samen, die von Ameisen verschleppt werden. Wer schon im Juni seinen angepflanzten Bärlauch nicht mehr findet, braucht sich nicht aufzuregen, die Pflanze hat sich nach einer kurzen, aber intensiven Vegetationszeit wieder zurückgezogen. Nur die einzelnen Stengel mit den Samen am oberen Ende bleiben stehen. Auch sie verschwinden bald. _________________